Notdurft

Hunde haben menschliche Bedürfnisse. Zur Befriedigung gehen Menschen mit Leine, Halsband, Hund zu antrainierten Zeiten ins Freie. Paradoxer Vorgang. Eine Alternative ist das Katzenklo.  Die Hundebesitzer mehren sich in der Stadt. Auf meiner Laufrunde sehe ich immer mehr und immer neue Menschen mit Halsband, Leine und Hund. Neuerdings halten sie Behälter in der vormals freien Hand und führen auch diese Gassi. Thermobehälter? Plastikbehälter? Behälter mit einer Antirutschoberfläche, um wohin nicht abzurutschen? Wie ich nicht um die Art der Gefäße weiß, weiß ich nicht um den Inhalt der halben Liter. Nur so viel weiß ich:  unter einem halben Liter geht nichts. Was nun ist dieser halbe Liter Nichts? Tee? Kaffee? Wasser? Oder eine andere neutrale Flüssigkeit? Oder über das Neutrale hinaus etwas Sterilisiertes? Die Art des Inhalts ist einerlei. Vielmehr geht es wohl um den Inhalt selbst. Um den Halt im Inhalt. Auch die Leere gehört hinein. Aber wie kann ich (mich an) Leere halten? Dafür brauche ich ein Gefäß. Führen die Besitzer der menschlichen Bedürfnisse ihre Leere Gassi? Abermals: Paradox das Ganze. Ich halte mich weiter im Laufen. Penne, Pesto und Pudding folgen. Beim  Pudding grunzt mein Schweinhund zufrieden. Er hängt unsere Leine an den Haken. Ich habe  freie Hand und schreibe. Ich liebe meinen Schweinehund.

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