Wi[e]der

Wieder werden die Maschinen ruhig zum synthetischen Schlaf atmen. Wieder wird mein waches Auge Gesellschaft leisten. Wieder wird mein Ohr dem Puls der Zeit lauschen. Zeit, die nicht meine Stunden schlägt. Wieder Systole, Diastole, Pistole A ———————————- systole. Drei Leben, die mir fremd bleiben werden in Chiffren auf dem Papier. In Anekdoten werden sie aufleben…

Durch Zeiten raren Lichts

Besser als mit einer Reise kann ein neues Jahr für mich nicht beginnen. Noch dazu wenn sich die Reise als Campingtour aufmacht. Mich aus der Komfortzone bewegen. Mich aus den „sozialen“ Medien herausnehmen. Mir klar zu Gemüt führen, kein Hahn da und hie kräht er auch nicht. Mich mit mir auseinander und wieder zusammensetzen. Mir…

Frühschicht zum 2ten Advent

Dem Vieruhrdreiunddreißigspiegel die Zähne zeigen. Weledasalz auf der Bürste. Weledasalz auf den Zähnen. Weledasalz im Fleisch. Weleda im Mund. Wasch ihn dir aus! Im Vieruhrsechsundvierziggesichtsbuch ein einsamer Schnupfen. Schnupftabak im Auge. Schnupftabak in der Netzhaut. Schnupftabak im Hirn. Schnupfen im Auge. Heul sie dir aus dem Kopf! Die Fünfuhrundachtzehnfrontscheibe Eisblumen im Glas. Eisblumen im Enteiser….

Feierabendblues

november ist, wenn der nebel den scheinwerfern flieht. november ist, wenn der nebel sich hinter dir schließt. november ist, wenn du im rückspiegel siehst, dass alles im licht vor dir liegt nichts ist, nichts und drei mal nichts als schein.

Atemnoten

Spätschicht 29ster November der weg in den CAMPUS DER GESUNDHEIT ursacht meine Krümmung. ein fehler des architekten auf dem weg ins Unterholz. als wir ihn gingen, ließ er im blattwerk einen partikel als atem- geräusch zurück. wir hörten ein ander. ander als das gegenteil von ich. ander von dir. ander von mir. anderworte. deinen fehlte…

Vorlesetag

Frankfurt an der Oder. Uhren- und Schmuckgeschäft Hoffmann. Bundesweiter Vorlesetag. Zwischen tickenden Uhren. Im Rücken der Zeiger. Am Tisch, wo sich zwei zu einem Paar Ringe trauen. Da saß ich. Ich wartete auf Zuhörer. Der erste suchte einen Antragsring. Eine Geschichte konnte ich ihm nicht antragen, auch kein Gedicht, aber sagen, dass er ja sein…

Tag 28

28. September 2018 Mein schöner 28. September: Ich muss keinen Rucksack packen. Ich muss keinen Schlüssel abgeben. Ich muss nicht fortgehen. Ich muss keine Herberge suchen. Ich muss keine Reise notieren. Ich kann.

Tag 27

27. September 2018 Die Füße müssen heute nur von Steig zu Steig steigen. Bahnsteige. Straßenbahn. S-Bahn. Regio. Treppauf. Treppab. Bevor wir in die Steigungen des Tages einsteigen, frühstücken wir in einem Einkaufszentrum. Mir bleibt das halbe Brötchen im Hals stecken. Ich kann nichts mehr zu mir nehmen. Der Appetit der andern ist ungestillt. Die Frage…

Tag 26

26. September 2018 Peter und Volker verlassen die Herberge zuerst. Im Untergeschoss rumpelt und räumt es. Die Kräuterfee räumt die zwei Behelfsmatratzen weg und bereitet den Laden vor. Wir steigen die Treppe zu ihr hinab, um sie zu begrüßen. Gestern liessen uns Freunde der Kräuterfee in die Herberge. Die Kräuterfee steht unter Strom. Sie redet…

Tag 25

25. September 2018 Am Vorabend: Der Bäcker macht um sieben auf, sagt Conny und schaut mich mit ihrem Augenzwinkern, aus dem mich auch die anderen anschauen, an. Ich verstehe. Ich ärgere mich über dies allseitige Verständnis, weil ich diesen Vorabend am Telefon verbracht habe, um Herberge für uns zu finden, während alles schon fröhlich beisammen…