das leere weiß

​Das leere Weiß weiss welcher Tag dieser Tag ist. Er folgt problemlos der Erzählerin – die Geschichte setzt sich. Macht einen Sprung – grammatikalischer Fehler in den folgenden Morgen. Morgen, der vorletzte Absatz – nach meiner Rückkehr im Imperfekt. –

Am Ende der Steigerungsformen

Laut. Grell. Reißerisch. Die Vorstellungen sind nicht aufzuhalten. Sie drehen ihren Reigen. Nicht umeinander. Nicht miteinander. Nicht füreinander. Laut. Grell. Reißerisch. Mein Raupenich liegt an ihrem Rand. Es kann nicht kriechen. Es sieht: Die Vorstellungen sind nicht aufzuhalten. Ihr Reigen drängt. Dröhnt die eine und andere Vorstellung an den Rand. Lauter. Greller. Reißerischer. Dorthin, wo…

Linum

Wildgänse und Kraniche rufen mich ans Ufer des Schlafes. Ein Traum legt mich dorthin. Ein Hund holt mich ab. Er kennt einen Weg. Ich folge. Er biegt in einen Feldweg. Ich folge. Der Hund weiß den Weg. Ich folge. Mein Leben lang laufe ich;- diesen Weg. Jäh weiß auch ich, er mündet im Ankommen. Der…

Reisemüde

Nach vier Wochen autarkem Reisen das unerwartete Gefühl: Ich kann meinem Erleben nichts mehr hinzufügen. Vier Wochen von einem Ort zum anderen. Vier Wochen lang jeder Tag ein fremder Ort. Vier Wochen lang jeder Schlaf ein fremdes Erwachen. Vier Wochen lang jeder Schritt;-  ins Unbekannte. Wenigstens das nicht fremd. Vier Wochen begleitet von Fischreiher und…

Loses Gedankengut in Cork aufgelesen

Die ersten Schritte in Cork machen mir die Stadt sympathischer als Dublin. Die nächsten Schritte sagen mir, Dublin hat mich im vergangenen Jahr gut vorbereitet. Inzwischen habe ich genug Abstand, mich auf anderen Worten den Irischen Städten zu nähern. Auch hier steht die Armut an jeder Ecke. Unverblümt. Unverblümt. Unverblümt: nichts schönt sich hier. Gut…

Inventur

Handgepäck: Dinge, ohne die ich im Land, wo die Sprache eine Fremde ist, nicht sein kann Muttersprache – Hoffnung auf Erinnern – Stirnlampe – Hoffnung auf Erinnern– Brille – Hoffnung auf Erinnern– Schreibheft — Hoffnung auf Erinnern – Kugelschreiber –Hoffnung auf Erinnern – Diktiergerät – Hoffnung auf Erinnern – Stilles Wasser – Hoffnung auf Erinnern – leer

Niederkunft im Zwischenraum

Auf dem Gehweg finde ich die Seite eines Buches. Der Regen hat sie auf das Knochenpflaster geleimt. Unlösbar. Hat sie der Wind aus ihrem Kontext gerissen? Ein Mensch? Ein Reisender, der sie als untragbar für sich deklarierte? Eine halbe Seite Text nur. Das Ende eines Kapitels? Das Ende eines Buches? Ein Anfang? Es zwingt mich…

Ankunft in der Zwischenzeit

Resümee der ersten zwei Reisewochen: 1. Sehnsucht. Steigert sie sich ins Unermessliche, muss ich fort. Reisen. In diesem Stadium wähne ich diese Sehnsucht als Sehnsucht nach Ferne. 2. Topografische Karten sind Schätze. Unentbehrlich für die Reise (durchs Leben). Topografische Karten halten Geheimnisse verborgen, die ich nur durch sie und in ihnen finde. GPS, Navigationsgeräte u.ä….

Die Sonne steht tief hinter den dunklen Bäumen. Ein Streif trifft den Teich. Springt auf und ans Ufer und… Ein silberner Fisch, der ins Schwarz der Pupille taucht – ins Herz. Ins Herz strömt das Gefühl zu Hause sein. Sein, bevor die Seerose ihr Aug schließt. Bevor die Seerose ihr Aug schließt nur ein Mal…

Erinnerung an die Zukunft

Vielleicht ist es, weil dieses Jahr auf der sieben endet. Der einzigen zweisilbigen Zahl in unseren Zehnern. Vielleicht ist es, weil dieses Jahr auf der sieben begann. Vielleicht ist es, weil es mit keiner Zahl steht. In keinem Verhältnis. In keinem Zeichen. Keinem Zehner. Keinem Wort. Geschrieben? Vielleicht ist es einfach und natürlich, dieses Gefühl…